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Bevor es losgeht, muss ich mich erstmal entschuldigen. Letzte Woche gab’s leider keine neue Ausgabe des Newsletters. Ich war die komplette Woche im Studio und hab an einem Radio-Feature gearbeitet. Das Ergebnis kann man sich hier anhören (es geht zwar um VR und nicht um AI, aber wurscht). Ab sofort sollte es wieder normal weitergehen, KI ist das einzige, was zählt.

Green AI

Neues vom KI-Vorreiter: Die riesigen Rechenzentren von Google werden seit ein paar Monaten von einer KI gesteuert. Die KI kümmert sich um Lüftersteuerung und Kühlsysteme und konnte in den Stromverbrauch um 15 Prozent senken, wie Bloomberg berichtet. Demis Hassabis, CEO von Googles Deepmind, sagt Bloomberg:

Das ist nur der Anfang. Jetzt, wo wir wissen, dass es funktioniert, wissen wir auch, wo wir noch mehr Informationen brauchen. Wir werden Google bitten noch mehr Sensoren in seinen Rechenzentren anzubringen, damit wir noch effizienter werden.

Momentan kümmert sich die AI um 120 Variablen, von den Lüftern bis zur Steuerung der Fenster. Auch deutsche Forscher arbeiten gerade an grüner KI-Technik. Das Projekt Eweline soll das gesamte Netz erneuerbarer Energien klüger und effizienter machen. Dem Scientific American erklärt Projekt-Chef Dr. Malte Seifert, wie Machine Learning die Energiewende vorantreibt. Je besser das Netz auf unterschiedliche Windstärken eingestellt ist, desto besser kann sich nach Alternativen umgesehen werden.

Be gay, Marvin

Wieder eine der Nachrichten, bei denen ich bewusst nachschauen musste, ob ich sie nicht schon im Newsletter hatte: KI kann jetzt Depressionen erkennen. Forscher der University of South California haben ein kleines Machine-Learning-Programm geschrieben, dass in Audio-Aufnahmen Anzeichen von Depressionen erkennen kann. Depressive haben bestimmte wiederkehrende Sprachmuster, die die KI aufschnappen kann. Das Programm soll aber nur zu Unterstützung eingesetzt werden, die endgültige Diagnose stellt immer noch der Arzt. Fehldiagnosen von Depression sind weit verbreitet, die KI könnte helfen, diese zu reduzieren.

Parallel arbeiten russische Forscher an einer emotionalen KI. Diese soll fühlen und Geschichten verstehen können. Die KI soll in einer virtuellen Umgebung, ganz ähnlich einem Computerspiel, von der Kette gelassen werden und dort ihre emotionalen Fähigkeiten trainieren. Das sind alles vollmundige Versprechen, wie viel davon war ist, kann man jetzt noch nicht beurteilen. Erst in 18 Monaten soll das Projekt der Öffentlichkeit präsentiert werden, alles was es bislang gibt sind Pressemitteilungen. Aber nehmen wir einmal an, dass die russischen Forscher tatsächlich den Durchbruch schaffen. Dann könnte man die Depression der emotionalen KI bald ganz leicht diagnostizieren.

Nucl.Ai

In Wien findet gerade die Nucl.Ai-Konferenz statt. Und ich ärger mich sehr, dass ich nicht hingehen kann. Drei Tage lang geht’s nur um KI, generative Kunst und Interaktionen zwischen Mensch und Maschine. Eine kleine Auswahl an Talks, die wirklich spannend klingen:

Heute gibt’s noch mal den ganzen Tag einen Livestream. Viele Talks werden hoffentlich wie letztes Jahr auch auf Youtube hochgeladen.

Kleinigkeiten

  • Leider letzte Woche unter den Tisch gefallen: Warum Microsoft so stark auf KI setzt. The Verge hat Microsoft-CEO Nadella und andere Top-Manager interviewt und daraus ein langes Stück gemacht. Einer der Manager, Qi Lu, sagt: “Wir wissen, dass das Web nicht wirklich auf dem Smartphone funktioniert. Apps sind im Endeffekt nicht das richtige Modell.” Klar, irgendwie verständlich, aber was sollen die Entwickler von Windows Phones auch anderes sagen. Fest steht: Nachdem Microsoft Smartphones gehörig verschlafen hat, wollen sie bei KI jetzt ganz vorne mit dabei sein.

  • Apropos Microsoft: Das Spiel Minecraft, das dem Konzern aus Redmond gehört, kann jetzt auch zur KI-Forschung genutzt werden. “Malmo” heißt das Forschungsprojekt, das einer KI ermöglichen soll, sich in einer virtuellen Welt mal die Beine zu vertreten. Die KI soll anhand von Minecraft lernen, sich zu bewegen, mit Objekten zu interagieren und Gegenstände herzustellen. Vielleicht kann die KI irgendwann ganze Welten erschaffen. Und sie dann mit einem Handstreich in Schutt und Asche legen.

  • Wired hat den kommenden Streit von Software-Entwicklern mit der EU (siehe letzter Newsletter) noch einmal schön zusammengefasst.

  • Cool oder saudumm? Ein 300-Dollar-Fahrradhelm mit KI-Unterstützung. Die Firma Brooklyness stellt in einem Kickstarter ihren neuen Fahrradhelm vor, der vor herannahenden Autos und roten Ampeln warnen soll. Egal ob das jetzt er große Wurf ist oder nicht: Können wir bitte das Wort “Brooklyness” als Synonym für Hipstertum einführen?

  • Noch ein Nachtrag zu Demis Hassabis, dem Chef von Googles Deepmind. Was die wenigsten wissen: Demis Hassabis war mit 15 schon ein KI-Crack und hat in den 90ern bei Bullfrog Games gearbeitet. Er war KI-Entwickler bei Populous II, Syndicate, Theme Park und Black & White. Das ganze Interview mit Hassabis über seine Zeit in der Games-Branche gibt es hier.

Das war’s für diese Woche. Ich freu mich wie immer über Feedback. Entweder gleich hier per Mail oder auf Twitter (@caltf4). Wenn euch der Newsletter gefallen hat, erzählt euren Freunden davon.

Bis nächste Woche!

Christian

PS: Dieser Newsletter hat jetzt eine eigene Webseite! Unter altf4.cool könnt ihr alle alten Folgen nachlesen.

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Christian Alt


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Ein Newsletter über Künstliche Intelligenz, Machine Learning, neuronale Netzwerke und die Zukunft des Computings.

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